Premiere „Die Kleine Meerjungfrau“; 27.06.2023
Schüler und Schülerinnen der Henriette-Breymann-Gesamtschule spielen „Die kleine Meerjungfrau“

Das ganze Schuljahr haben sie dafür geprobt, nun war Premiere: Am Montag- und Dienstagabend konnte das Theaterstück „Die kleine Meerjungfrau“ nach dem Märchen von Hans Christian Andersen in wechselnder Besetzung besucht werden.
In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Forum der Schule zeigten die Schülerinnen und Schüler des KUS Theater ihr Können. Dabei warnte Schuldirektorin und Regisseurin Katrin Unger die Zuschauer vor, dass es sich dabei um eine freie Interpretation handelte. Wer auf ein Disney-Remake wartete, würde enttäuscht werden. So wurden neue Figuren, Dialoge und Szenen eingebaut, die im Original nicht vorkommen und auch die titelgebende Meerjungfrau lebte am Schluss mit ihrem Prinzen nicht glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Stück selbst durfte dabei durchaus gesellschaftskritisch verstanden werden, denn was bringt die Meereskönigin ihren Töchtern bei? „Haltung bewahren, freundlich Lächeln, Bauch einziehen.“ Mehr darf eine Meerjungfrauen-Prinzessin nicht, vor allem sich verlieben darf sie nicht. Ach, und Haare offen tragen natürlich.
Aus dieser Welt voller Regeln bricht die jüngste der sechs Töchter (gespielt von Madita Kersten und Marie Chomo) aus, als sie einen Menschenprinzen vor dem Ertrinken rettet und sich, wie könnte es anders sein, doch in ihn verliebt. Der Rest ist bekannt: Die selbstbewusste junge Frau widersetzt sich ihrer Familie, muss für den Mann ihres Herzens aber ihre Stimme aufgeben. Dieser erkennt sie folgend nicht als seine Retterin und heiratet am Ende eine andere. Ein Highlight des Stückes war dabei die Szene, in der der gerettete Prinz Frederico, gespielt von Fiete Zalesinksi, mit seiner vermeintlichen Retterin und ihren Freunden feiern. Aber im Grunde feiern sie gar nicht, sondern machen in einer Reihe nur Selfies von sich. In einer für die Smartphonekamera tauglichen Pose stehen sie erstarrt da. Somit wirkt die Party nur auf den gestellten Bildern echt, im wahren Leben hingegen war die Feier genauso falsch wie Prinz Fredericos Braut Isabella (Lica Malik und Manjana Stöhr).
Ebenfalls zu erwähnen sind die von Sophie Stahlberg gesungenen Songs, welche die Stimmung auf der Bühne zusätzlich unterstrichen. Somit waren es zwei tolle Abende, gepaart mit großer Vorfreude aufs nächste (Theater-)Schuljahr.

Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel