Menschenbildung ist das Ziel. - H. Breymann

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HBG-SchülerInnen machen Geschichte lebendig – Erfolgreiche Ausstellung zur Krakau-Reise in der Samsonschule; 29.10.2026

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 der Henriette-Breymann-Gesamtschule präsentierten am Nachmittag des 27.10.2026 in der Samsonschule Ergebnisse einer besonderen Bildungsreise – Vertreter aus Politik, regionaler Jugend- und Erinnerungsarbeit sowie zahlreiche weitere Gäste würdigten das Engagement der Jugendlichen.

Wie lässt sich Geschichte so präsentieren, dass sie nicht nur Wissen vermittelt, sondern Menschen bewegt und zum Nachdenken über die Gegenwart anregt? Eine Antwort darauf gaben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 mit einer besonderen Ausstellung im Emil-Berliner-Saal der Samsonschule. Sie präsentierten die Ergebnisse ihrer Studienreise nach Krakau und zeigten eindrucksvoll, wie intensiv sie sich mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Holocaust und der Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur auseinandergesetzt haben.

Zahlreiche Gäste aus der Region waren der Einladung der Schüler und Schülerinnen gefolgt. Unter ihnen waren Vertreter aus der regionalen Jugendbildungsarbeit, der Politik, des Freundeskreises der Samsonschule sowie die Schulleitung, Lehrkräfte, Familien der Schüler und Schülerinnen sowie Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Projekt interessierten.

Die Ausstellung bildete den Abschluss eines Bildungsprojekts, das an der HBG in Kooperation mit dem Bezirksjugendwerk der AWO Braunschweig durchgeführt wurde. Vom 4. bis zum 9. Oktober 2026 war die Gruppe nach Krakau gereist, um sich vor Ort mit der jüdischen Geschichte der Stadt, der deutschen Besatzung und den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Die Reise hatte die Schüler und Schülerinnen an bedeutende historische Orte wie das jüdische Viertel Kazimierz, das ehemalige Ghetto im Krakauer Stadtteil Podgórze und die Fabrik Oskar Schindlers geführt. Auch das ehemalige Konzentrationslager Plaszow sowie die Gedenkstätten Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau gehörten zum Programm.

Mit eigenen Ideen Geschichte vermitteln
Bereits zuvor hatten sich die Jugendlichen in einer Projektwoche mit ihren Lehrkräften Martin Wolter und Frauke Janzen intensiv vorbereitet, Fragen gesammelt und sich mit literarischen Texten sowie filmischen Darstellungen des Holocaust beschäftigt. Sie recherchierten, diskutierten und entwickelten eigene Ideen, um ihre Ergebnisse verständlich und anschaulich zu präsentieren. Das Herzstück der Ausstellung bildeten nun mehrere thematisch gestaltete Koffer. Jeder Koffer stand für einen anderen Teil des Projekts. So konnten die Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wie sich die Jugendlichen Schritt für Schritt mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. Ein Koffer zeigte zum Beispiel die Fragen, mit denen die Jugendlichen nach Krakau aufgebrochen waren, ein anderer enthielt Überlegungen zur Repräsentation von Geschichte und einen würdigen Umgang mit Opfererfahrungen. Außerdem wurden in einem Koffer Kinder- und Jugendbücher über den Holocaust ausgestellt, die die Jugendlichen gelesen und kritisch untersucht hatten. Zentraler Gegenstand der Ausstellung waren nicht zuletzt die persönlichen Eindrücke der Reise. Die Jugendliche hatten eindrückliche Auszüge aus ihren Reisetagebüchern zur Verfügung ausgestellt.

Erinnerungsarbeit, die zum Nachdenken anregt
Bei der Präsentation erläuterte Stephanie Alpers, Jugendbildungsreferentin des Bezirksjugendwerks der AWO Braunschweig, die Bedeutung solcher Bildungsreisen. Gerade angesichts wieder sichtbarer antisemitischer und demokratiefeindlicher Tendenzen sei es wichtig, jungen Menschen Räume für Begegnung, Austausch und persönliche Erfahrungen zu ermöglichen. Wer historische Orte selbst besuche, Fragen stelle und sich mit den Schicksalen der Menschen auseinandersetze, entwickle ein tieferes Verständnis für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung.

Was bleibt – und wie es weitergeht
Die Erfahrungen und Gespräche haben Spuren hinterlassen, die weit über die sechs Reisetage hinausreichen - für die Jugendlichen und für die HBG: Die Kooperation mit dem Bezirksjugendwerk der AWO Braunschweig ist für die kommenden beiden Jahre gesichert. Zudem wurde spontan eine Bücherspende zugesagt, mit der die Schulbücherei ihren Bestand um die in der Ausstellung vorgestellten Werke erweitern kann.

Text und Bilder: Frauke Janzen


 

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