Besuch im Hospiz Salzgitter, 01.03.2019
Der Tod ist – das liegt vermutlich auf der Hand – kein einfaches Thema. Dennoch haben wir uns im Religionsunterricht damit beschäftigt. In diesem Zusammenhang sind wir, das sind Schülerinnen und Schüler der Klasse 10.1, am 22. Februar mit dem Bus ins Hospiz Salzgitter gefahren. Dort hatte man uns zu einem Besuch eingeladen.
Empfangen wurden wir von Frau Heike Weber, die uns direkt in einen großen Raum brachte. Dort durften wir uns an einen langen Tisch setzen und sie beantwortete in einem Vortrag unsere vorher überlegten Fragen. Sie erzählte unter anderem viel über die Gäste und dass alle unterschiedlich mit dem Tod umgehen.
Jeder bekommt im Hospiz genau die Hilfe, die er oder sie braucht. „Vor allem bekommt er die Hilfe, die er will“, erklärte die Mitarbeiterin. Der Kontakt zwischen den Pflegern und den Gästen sowie ihren Angehörigen ist sehr intensiv und offen, sodass sich alles einander erzählt und anvertraut werden kann. Die Stimmung dort ist lustig, albern, aber auch traurig. Schwester Heike erzählte aber auch, dass es schon einige Male Streit gab. Da jeder Gast anders ist, gibt es auch keinen bestimmten Tagesablauf im Hospiz Salzgitter. Jeder Gast gestaltet seinen Tag so, wie er will und die Mitarbeiter passen sich dann seinen Wünschen an. Nach dem Tod eines Menschen wird eine Blume in eine Vase an der Zimmertür gesteckt und eine Kerze angezündet, bis die Person von dem Bestatter abgeholt wird. Das Hospiz begleitet auch die Angehörigen so lange im Trauerprozess wie diese es wünschen.
Nachdem die Mitarbeiterin vieles erzählt hatte, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und durch die Räume des Hospizes geführt. In der Einrichtung gibt es ein gemeinschaftliches Esszimmer, wo täglich gemeinsam gefrühstückt wird. Eine Küche, in der sich auch die Angehörigen an Kaffee, Gebäck und Obst bedienen können. Alles ist offen für alle, damit sich die Gäste im Hospiz soweit es geht zu Hause fühlen. Ein Wohnzimmer mit einem Fernseher gibt es ebenfalls, wo häufig Gespräche stattfinden. Jeder Gast hat ein eigenes Badezimmer, aber es gibt trotzdem noch ein gemeinschaftliches Bad worin eine große Badewanne steht. Diese wird oft nur zur Entspannung genutzt.
Das gesamte Hospiz ist sehr hell gestaltet und es gibt viele Fenster. Das Besondere, erklärte Schwester Heike, ist die große Terrasse, die einmal um das ganze Haus geht, sodass die Gäste bei schönem Wetter auch mit ihrem Bett herausgefahren werden können. Sie würde das Hospiz weiter empfehlen, weil die Menschen dort ihre letzten Schritte selbst bestimmen können und ihre Situation ernst genommen wird. Ihnen können Wünsche erfüllt werden und die Angehörigen brauchen sich keine Sorgen zu machen. Das Hospiz ist für eine Spende immer sehr offen, da damit Inventar, spezielle Betten oder Rollstühle gekauft werden. Aber auch z.B. Dekoration, welche das Hospiz schöner werden lässt, damit sich die Gäste wohler fühlen.
Uns als Klasse hat das Hospiz sehr gefallen und wir fanden es sehr interessant zu sehen, wie die Mitarbeiterin so offen auf all unsere Fragen geantwortet hat.
(Lola Federski, Klasse 10.1)
Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel