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04.04.2018 - JG9 - Exkursion zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora

Ein Schülerbericht von Isabel Krämer, 9.3

Am 06.03.2018 besuchten wir, im Rahmen des Gesellschaftslehreunterrichts, die Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers Mittelbau-Dora.

Um 07:45 Uhr ging es los.

In einem Bus fuhren wir (9.3) zusammen mit der 9.4 ca. 1,5 Stunden durch den Harz bis nach Nordhausen. Angekommen sind wir schließlich auf einem großen und weitläufigen Gelände. Einzelne Hütten waren dort zu sehen und auf einem großen Betonschild stand KZ-Lager Dora-Mittelbau. In einem Informationszentrum haben wir uns erstmal gesammelt und unsere Guides kennengelernt. Jede Klasse bekam ihre eigene Führung und um 10.00 Uhr ging es los.

Florentine war unsere Touristenführerin. Zuerst ging es zu einem Nachbau einer früheren Baracke. Drinnen setzten wir uns in einen Stuhlkreis und Florentine erzählte uns ein wenig zur Geschichte des Konzentrationslagers. Das Lager wurde als eines  der Letzten 1943, 2 Jahre vor Kriegsende gegründet.

Insgesamt befanden sich um die 60.000 Insassen im Lager von denen ca. 20.000 verstorben sind. Durch die Bombardierung von Produktionsstätten für den Raketenbau entschied die Regierung die Produktion unter die Erde zu verlegen.  So wurde Mittelbau-Dora gegründet. Zu Anfang gab es noch keine Unterkünfte bzw. Baracken und so mussten die Häftlinge in den Stolle leben in denen sie auch die Raketen und Bomben bauten. Bis zu einem ¾ Jahr sahen sie nicht einmal das Sonnenlicht.

Im Stuhlkreis wurden als nächstes Folien verteilt. Auf ihnen befanden sich ein Bild und der Lebenslauf eines früheren Häftlings der überlebt hat und seine Geschichte erzählen möchte. Um die 500 Menschen haben sich bis heute als frühere Insassen Mittelbau-Doras bekannt gegeben. Jetzt ging es Reihum und jeder stellte den Menschen auf seiner Folie vor. Erzählte denn anderen wie er hieß, welcher Nationalität er angehörte und warum er festgenommen wurde. Es gab die verschiedensten Nationalitäten. Viele waren aus der früheren Sowjetunion und aus Frankreich. Die meisten wurden Inhaftiert, weil sie Teil einer Widerstandsbewegung waren oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren.

Als Nächstes ging es nach draußen vor den Appellplatz. Florentine erzählte uns dann von dem Alltag eines Häftlings.  Meistens mussten sie schon um 5 Uhr aufstehen. Dann gab es Frühstück. Es war immer zu wenig damit die Häftlinge zu schwach waren um einen Aufstand anzuzetteln.  Anschließend ging es zum Appell. Die Insassen mussten in Reih und Glied antreten und es wurde durchgezählt. Dies konnte ewig dauern. Nun ging es zur Arbeit. 12 Stunden mussten sie arbeiten dann ging es wieder zum Appell. Danach gab es Abendessen und anschließend  durften sie schlafen gehen.

Florentine ging mit uns jetzt zum letzten noch erhaltendem Gebäude. Das Krematorium. Vor dem Krematorium befand sich eine Statue die fünf Insassen zeigte. Daneben auf dem Boden lag eine Steinplatte auf der aufgezählt wurde welcher Nationalität die Häftlinge angehörten. Jetzt ging es in das Krematorium. Ein paar blieben draußen, weil sie nicht sehen wollte wo die Leichen verbrannt wurden.  Das Krematorium bestand aus 5 Räumen. Der erste Raum war leer und zweiten standen 2 Öfen. Die Türen der Öfen standen offen und es gab keine Absperrung. Im nächsten Raum  lagen in der Mitte die zwei Tragen mit denen die Leichen in die Öfen geschoben wurden. Die letzten beiden Räume waren wieder leer. Wieder draußen ging es hinter das Krematorium. Ein großes Stück war mit grauen Steinen belegt. Florentine erklärte das man dort die Asche der Leichen hingeschüttet hatte. Es wurden keine Gräber ausgehoben, die Asche wurde einfach hinters Haus gekippt.

Gegen 11:45 Uhr gingen wir wieder zurück zu der Baracke und machten eine Pause. Um 12:15 Uhr führte uns Florentine zu dem Eingang der alten Stollenanlage. Durch eine Große Tür betraten wir die Stollen. Der Gang war zwar beleuchtet aber es gab auch Stellen die so dunkel waren, dass man nicht sah wo man hintrat. Es war kalt und feucht in den Stollen. Kaum vorstellbar das hier Menschen gelebt hatten. Wir betraten nun einen deutlich größeren Tunnel der beinahe wie eine Höhle wirkte. In der Mitte gab es einen Grundriss der Tunnelanlage und Florentine erzählte, dass wir durch die einzelnen gehen würden aber zuerst durften wir uns noch ein wenig in der,, Höhle“ umschauen. Am vorderen  Ende kam ein wenig Licht in den Tunnel. Dort wollten die Russen die Tunnelanlage zu sprengen. Davor stand das größte Teil einer Rakete das man nach den Sprengungen gefunden hatte. An den Wänden hingen Tafeln die von dem Leben, arbeiten und sterben in den Tunneln erzählten. Viele Häftlinge starben vor Erschöpfung. Ein Bild zeigte wie die Häftlinge schliefen. In vier Stockwerke hohe Betten lagen sie teilweise aufeinander. Als Matratze diente Stroh, das allerdings durch die hohe Luftfeuchtigkeit schimmelte und voller Läuse und Flöhe war. Der Boden war voll mit Exkrementen und in dunkeln Nischen lagen Leichen.

 Die Führung ging weiter. Auf einer Art Steg liefen wir durch die einzelnen Tunnel. Am Boden lag viel Schutt und zwischendrin alte Teile des Raketenbaus. An den Seiten befanden sich niedrige Wände hinter denen man alte Toilettenschüsseln erkennen könnte. In der letzten Kammer stand Wasser. Es war im Laufe der Zeit durch den Berg gesickert.  Florentine sagte, dass wir nun etwa 3% der Stollenanlage gesehen hatten.

Wir waren alle wieder froh draußen zu sein. Kurz vor Schluss ging es nochmal zurück zum Informationszentrum wo wir noch eine Kurze Führung durch die dauerhafte Museumsausstellung bekamen. Dort wurde noch einmal über die Gründung Mittelbau-Doras informiert, anschließend könnte man einige Biografien von früheren Häftlinge einsehen und die der führernden Offiziere. Einer der Insassen hatte seine Sträflingskleidung bereitgestellt. Die Kleidung glich einem dünnen gestreiften Pyjama. Alles was die Häftlinge besaßen, bestand aus diesem Pyjama, einem paar Holzschuhen und einem Becher. Im Museum Konnte man sich auch Interviews anhören. In ihnen erzählten die von der wohl schrecklichsten Zeit ihres Lebens. Der Zeit in dem Konzentrationslager  Mittelbau-Dora.

Um 14.00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück nach Wolfenbüttel. Und um 15:30 erreichten wir die Schule. Von dort aus durften wir alle nach Hause fahren.

Wir haben alle eine krasse Erfahrung mitgenommen, denn ein schöner Ausflug war es sicher nicht. Interessant Ja aber auch etwas beängstigend. Es ist auf jeden Fall ein Unterschied ob man eine Dokumentation darüber sieht oder wirklich da war.

Isabel Krämer, 9.3    

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