Die Pinguine hospitieren an der IGS Hanstedt; 06.03.2026
Die nächste Hospitation fand am 19.Februar an der IGS Hanstedt statt. Dort hospitierten unser didaktischer Leiter Herr Dauert und Frau Stoll im Rahmen einer besonderen Hospitationsmöglichkeit für die didaktischen Leitungen der Region Niedersachsen-Ost. Die IGS Hanstedt wurde erst vor 2,5 Jahren gegründet und befindet sich aktuell noch im Gebäude der auslaufenden OBS Hanstedt. Seit einem guten halben Jahr haben sie ihre Schule und ihren Unterricht komplett verändert, indem sie das „Hanstedter Modell“ entwickelt und eingeführt haben.

Es orientiert sich konzeptionell sehr stark an der Schmetterlingspädagogik der Alemannenschule Wutöschingen. So gibt es statt normalen Klassen altersgemischte Lerngruppen von 15 Kindern aus den Jahrgängen 5-7 mit jeweils einem Lernbegleiter. Diese Lerngruppen arbeiten im Rahmen des selbstorganisierten Lernens in ihren Lernbüros an ihren eigenen Arbeitsplätzen. Wenn sie gut arbeiten, dann bekommen sie Privilegien: sie dürfen zum Beispiel auf dem Marktplatz oder in Ruheräumen arbeiten. Das SoL (selbstorganisierte Lernen) wird durch fachliche Inputphasen ergänzt. Hier wird zum Beispiel die Bruchrechnung oder die Vorgangsbeschreibung von einem Lernbegleiter in einem Inputraum eingeführt. Das SoL findet an dieser IGS bislang in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch statt. Ergänzt wird das SoL durch das Lernen durch Erleben (LdE): hier erwerben die Schüler*innen Kompetenzen der Nebenfächer in sogenannten Clubs.

Es entspricht im Großen und Ganzen dem projektartigen Arbeiten. Eine Schülerin, die sich aktuell im 6.Jahrgang befindet, berichtete, dass sie das neue Konzept viel besser fände. Sie könne nämlich viel mehr mitentscheiden, wie ihr Schultag genau abliefe: Die Schüler*innen erstellen -im Rahmen der Vorgaben- ihren Stundenplan wöchentlich selbst und legen somit fest, was sie wann, wo, mit welchem Material und in welcher Sozialform (er)lernen wollen.
Am besten fand diese Schülerin, dass es keine gemeinsamen Unterrichtseinstiege mehr gäbe. Stattdessen kann man bei Bedarf zu Inputphasen gehen. Da würde sie viel besser zuhören, weil es sie dann ja auch wirklich interessiere. Insgesamt stellten wir fest, dass überall eine sehr angenehme (Lern-)atmosphäre zu spüren war. Dies bestätigte ebenfalls eine Lernbegleiterin, die meinte, dass ihr Job seit Einführung des Hanstedter Modells sehr viel stressfreier sei. Der Arbeitsaufwand sei zwar aufgrund der Materialerstellung noch hoch, aber die Lernbereitschaft sei bei vielen Schüler*innen deutlich gestiegen. Auch die persönlichen Coaching-Gespräche, die sie mit jedem Kind ihrer Lerngruppe wöchentlich führe, seien für alle Beteiligten sehr gewinnbringend. Für uns war es ausgesprochen spannend und interessant „live“ zu erleben, wie eine IGS mit ähnlicher Schüler*innen-Zusammensetzung wie wir die Schmetterlingspädagogik der Alemannenschule umsetzt. Im April werden weitere vier Lehrkräfte der HBG dort hospitieren – wir freuen uns jetzt schon auf ihre Eindrücke!
Text und Bilder: Andrea Stoll
Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel