„Ein starkes Fundament und ein klarer Kompass“ – feierliche Verabschiedung von Katrin Unger in den Ruhestand; 06.07.2025
Nach 13 Jahren als Schulleiterin der Henriette-Breymann-Gesamtschule wurde Katrin Unger mit einer bewegenden Feier in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste waren gekommen und würdigten eine Persönlichkeit, die die Schule maßgeblich geprägt und ihr ein unverkennbares Profil gegeben hat.
Das Forum der HBG war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Geschwister Majolie und Elian durch ein vielfältiges Programm führten. Neben musikalischen, schauspielerischen und anderen künstlerischen Beiträgen, wie dem liebevoll gestalteten „Theater-Memories“-Rückblick von aktuellen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern – waren es vor allem die Reden, die die Tiefe und Breite des Wirkens von Katrin Unger sichtbar machten.

Ein Haus mit Fundament und Herz
Landrätin Christina Steinbrügge erinnerte daran, dass die Geschichte der HBG untrennbar mit Katrin Unger verbunden sei. In nur vier Monaten hatte sie damals die Voraussetzungen für einen funktionierenden Schulbetrieb geschaffen – eine Leistung, für die sie ein anerkennendes „Chapeau!“ aussprach. „Sie verlassen ein gut aufgestelltes Haus. Sie haben die HBG zu der Schule gemacht, die sie heute ist.“
Dr. Peter Braun, schulfachlicher Dezernent, beschrieb nicht nur Ungers beeindruckenden Werdegang – unter anderem ihre Mitwirkung an drei Gesamtschulgründungen – sondern betonte ihr Engagement auch in schwierigen Zeiten. Wochenendarbeit, kaum Ferien, die Herausforderungen von Corona und Lehrkräftemangel: Unger habe durchgehalten, gestaltet und geführt. „Du hast Generationen junger Menschen begleitet – und geprägt.“

Theater, Teamgeist, Haltung
Katrin Unger hat nicht nur Strukturen geschaffen, sondern auch eine lebendige Schulkultur geprägt, was sich in zahlreichen kleinen Geschichten widerspiegelt: von kulturellen Veranstaltungen im Lessingtheater über legendäre Einschulungsfeiern bis hin zu Theaterstücken, die zum Markenzeichen der Schule wurden. Ihre Theatergruppe brachte es treffend auf den Punkt: „Theater ohne Katrin – undenkbar.“
Auch Herr Pelich vom Schulelternrat und Herr Bode vom Förderverein sprachen ihre Wertschätzung aus – für eine Leitung, die geprägt war von Vertrauen, Ermutigung und Klarheit. Im Namen des gesamten Kollegiums bekam sie unter anderem ein besonderes Abschiedsgeschenk: einen eigenen „Lernentwicklungsbericht“. Humorvoll und gleichzeitig zutiefst anerkennend blickte das Kollegium auf ihre Jahre als Schulleiterin zurück. Darin hieß es: „Du hast nie einen Menschen abgewertet, immer Haltung bewahrt, Raum für neue Ideen geschaffen und uns ermutigt, auch Ungewöhnliches anzupacken.“ Diese Mischung aus
Klarheit, Vertrauen und Wertschätzung habe die Arbeit mit ihr geprägt.

Abschied in Dankbarkeit – und mit Blick nach vorn
In ihrer Abschiedsrede machte Katrin Unger deutlich: Schule war für sie nie ein Soloprojekt. „Es war immer ein Wir, nie ein Ich“, betonte sie und dankte allen, die diesen Weg mitgegangen sind – ihrer Familie, die stets mitgetragen hat, dem Schulleitungsteam, dem Kollegium, Mitarbeitenden, den Eltern und Schülerinnen und Schülern sowie zahlreichen Wegbegleitern. Ihr Handeln sei immer geleitet gewesen von einem festen Wertekorsett – mit dem Anspruch, nicht in einem System mitzuwirken, das Menschen von vornherein festlege, welchen Weg sie zu gehen hätten.

Mit Dankbarkeit blickte sie zurück – und formulierte zugleich einen klaren Wunsch für die Zukunft der Schule: „Wir haben gemeinsam vieles aufgebaut. Baut weiter – und packt ihn an, den Deutschen Schulpreis!“
Katrin Unger wurde mit großem Applaus verabschiedet. Sie hinterlässt eine Schule mit starkem Fundament, einem klaren pädagogischen Kompass – und einem spürbaren Geist, der weiterwirkt.
Text: Maria Pape
Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel