Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs forschen zu jüdischem Leben in Wolfenbüttel; 13.09.2024
Im Rahmen des Seminarfachs ‚Gedächtnis und Erinnerung‘ haben sich Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs seit Schuljahresbeginn auf die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in Wolfenbüttel begeben. Auf einem Stadtrundgang mit Herrn Michael Bilkau entdeckte der Kurs bereits Mitte August hautnah verschiedene Stationen jüdischen Lebens.

Besonders interessant war die Besichtigung der Alten Synagoge, die heute ein Wohnhaus ist. Der Eigentümer Herr Henning hatte den SchülerInnen die Türen zum Vorraum und zum Innenhof exklusiv geöffnet. So stellten die Schüler und Schülerinnen schnell fest, dass viele dieser besonderen Orte öffentlich sichtbarer sein könnten. „Wie oft bin ich schon an diesem Objekt vorbeigelaufen, ohne zu wissen, dass es sich um ein Denkmal handelt, das an die Deportation der jüdischen Einwohner Wolfenbüttels erinnert“, stellte eine Schülerin mit Blick auf das Mahnmal am Schulwall fest. Entsprechend verfolgen die SchülerInnen in diesem Schuljahr ein ehrgeiziges Ziel: In Kleingruppen wollen Sie Audiodateien entwickeln, die sich an 5 Stationen via QR-Code mit dem Smartphone öffnen lassen und zur Erinnerung an jüdisches Leben in der Stadt beitragen sollen.

Um Informationen zu den gewählten Orten – der Alten Synagoge in der Harzstraße, der Samsonschule, der 1938 von der Hitlerjugend zerstörten Synagoge in der Lessingstraße, zum jüdischen Friedhof und zu den „Judenhäusern“ in der Langen Straße, in denen die jüdische Bevölkerung in der NS-Zeit ghettoisiert wurde – zu sammeln, besuchte der Kurs bereits das Niedersächsische Landesarchiv und zuletzt die Herzog August Bibliothek. In den nächsten Wochen geht es nun an die Aufbereitung der recherchierten Materialien, damit die Audiodateien bis zum Ende des Halbjahres produziert werden können.
Text und Fotos: Frauke Janzen
Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel